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Eine Genusstour durch die Dolomiten

Innerfeldtal

Eine Genusstour in den Dolomiten. Das war es in mehrerlei Hinsicht.  Landschaftliche und kulinarische Höhepunkte, variantenreiche Wege und Steige sowie sehr abwechslungsreiches Wetter! Und das alles im Juli 2010.

 

Der erste Tag

Anfahrt, Aufsteig zur Dreischusterhütte

Nach einer zügigen Anfahrt und einer weder geplanten noch erwarteten Parkplatzsuche mit Hindernissen treffen schließlich alle an der Hütte ein.

Dreischusterhütte

Den Kaffee oder das erste Bier genießen wir noch unter den Strahlen der Nachmittagssonne auf der Terrasse. Nachdem das Lager bezogen ist, gibt es Abendessen in der Stube. Dazu die Tourenplanung für den nächsten und ersten richtigen Wandertag.

Der zweite Tag

Von der Dreischuster- zur Dreizinnenhütte, Umrundung der Drei Zinnen

Vom überdurschnittlichen  Frühstücksbuffet gestärkt beginnen wir den Tag mit den letzten ebenen Metern hinein ins Innerfeldtal. So aufgewärmt beginnt der Anstieg zum Wildgrabenjoch. Glücklicherweise gehen wir noch nicht in der Sonne, aber das ändert sich bald. Je höher wir kommen, desto weiter zieht sich die Gruppe auseinander, fast wie das Feld bei der Tour de France. Die Bergwertung gewinnt Theo, unser Allgäuer Kundschafter.
Nachdem alle angekommen sind geht es nicht wie erhofft bergab, sondern auf einem seilgesicherten Steig weiter in einer Rinne bergauf.

seilgesicherte Rinne

Kaum sind wir aus der Rinne herausgeklettert weitet sich das Panorama und wir sehen die Drei Zinnen.

Drei Zinnen

Eine blühende Bergwiese mit diesem herrlichen Ausblick lädt zu einer Rast ein. Wir packen aus, was die Rucksäcke hergeben, tauschen ess- und trinkbares und genießen den Rundblick auf Rautkofel, Monte Piana,  Drei Zinnen und viele weitere. Unter uns erstreckt sich  - nomen est omen – das Schwabental und hinter uns erhebt sich der Schwabenalpenkopf –  der schöne Platz ist sicherlich die Schwabenwiese! Auf dem Weg zur Dreizinnenhütte tauchen nun immer wieder steinerne Zeugen aus dem ersten Weltkrieg auf.

 

steinerne Zeugen 1. Weltkrieg

Dort angekommen ist es mit der Bergeinsamkeit erst einmal vorbei. Der nächste Parkplatz ist einfach zu nah und die Wege sind zu breit. Aber das Panorama........

Nachdem die Betten bezogen und das Bier getrunken ist, brechen wir ohne Gepäck zur Umrundung der Drei Zinnen auf.  Wir sehen Kletterer in der Wand, geteerte Parkplätze in über 2000 m Höhe, steigen auf und ab, suchen den Weg anhand von Steinmännchen in Geröllfeldern mit übermannshohen Brocken, sind den Nordwänden zum Greifen nahe und erreichen nach über drei Stunden sehr hungrig wieder die Hütte. Doch jetzt braucht der Magen Geduld. Alle Tische in der Hütte sind belegt. So mancher Tagestourist geht erst nach dem Abendessen wieder zu seinem Auto zurück. Aber das Menü entschädigt: Spaghetti, Gemüsesuppe, Polenta, Pilze, Würstel, Tiramisu, Obstsalt ….. Da findet jeder etwas.

Wolfgang erzählt den müden Beinen und vollen Mägen noch über die Entstehung des ersten Weltkrieges, aus den Gläsern verschwinden die letzten Tropfen und wir alle in die Betten.

im Abendlicht

Der dritte Tag

Von der Dreizinnen zur Zsigmondyhütte – Apfelstrudel oder Klettersteig?

Dicke Wolken ziehen um die Bergspitzen.

am Morgen

Es tröpfelt. Manch eine(r) ist unschlüssig. Soll es der Tunnel aus dem ersten Weltkrieg mit anschließendem Klettersteig werden oder doch lieber der Normalweg? So brechen heute zwei Gruppen des DAV Böblingen auf unterschiedlichen Wegen auf zur Zsigmondyhütte.

Gemütlich zieht der Normalweg auf der Nordseite des Paternkofel entlang. Die Wolkenlücken lassen immer wieder Sonnenstrahlen durch und eröffnen Fernblicke bis zum Alpenhauptkamm. Unter uns funkelt smaragdgrün ein See . Auf dem Weg hoch zum Büllelejoch machen wir einen Abstecher zu einer Stellung aus dem 1.WK. Ein Stück der ehemaligen Betondecke hängt nicht am seidenen Faden sondern am als Baustahlersatz verwendeten Stacheldraht.

Stellung aus dem ersten Weltkrieg

Entgegenkommende Wanderer reagieren erheitert auf die Frage, ob es da oben eine Strassenbahnhaltestelle gäbe. Auch wir sind ziemlich überrascht, auf 2500 m plötzlich auf einen knallroten Traktor mit Anhänger zu treffen. Da wäre die Mitfahrgelegenheit. Sogar zu unserem Etappenziel Büllelejochhütte. Aber in anbetracht der „Strassenverhältnisse“ verzichten wir freiwillig.

 

Eigentlich wollten wir in der Büllelejochhütte nur einen Kaffee trinken. Aber als die Wirtin den Apfelstrudel empfiehlt werden wir schwach, und noch schwächer als er lauwarm und duftend vor uns steht. Squisito! Wir beschliessen, die Hütte samt Personal zu kaufen oder zumindest eine Kopie als Vereinsheim in Böblingen aufzustellen. Ob wir den Vorstand überzeugen können....???

Straßenverhältnisse

Auf dem Abstieg überraschen uns Regen- und Graupelschauer. Jetzt kommen die Regenjacken, -hosen und Rucksackverhüterli zum Einsatz. Wie es wohl unseren Kameraden auf dem Klettersteig geht?
Kaum sind wir an der Hütte angekommen, beginnt es monsunartig zu regnen. Einige von uns nutzen die Zeit und gehen unter die warme Dusche.

Büllelejochütte

Der vierte Tag

von der Zsigmondy- zur Bertihütte – wie aus 5 auch 9 Stunden werden können

Auch heute sind wir in 2 Gruppen unterwegs , aber nicht im Regen, sondern unterm Zwischenhoch.

Zwischenhoch

Die eine Gruppe wagt sich auf den Alpinisteig, der vielen von Bildern her bekannt ist. Nach einem kurzen Zustieg über ein Geröllfeld näheren wir uns dem Massiv des Monte Popera. An dessen Westseite beginnt der Alpinisteig. Er zieht überwiegend auf einem Felsband an der nahezu senkrechten Wand entlang.

Alpinisteig

Unterbrochen von kleinen Wasserfällen mit entsprechenden Einschnitten, kleinen Brücken sowie Schutt- und Schneefeldern erreichen wir den ersten Rastplatz.

Eine ehemalige Stellung aus WK1. Das ist nichts besonderes mehr, wir haben uns an den Anblick gewohnt. Nach einer kurzen Stärkung erreichen wir die Elferscharte. Hier beginnt der Klettersteig der uns über die Sentinellascharte zum Rifugio Berti führen wird.  Aber mit Hindernissen. Nach einer Biegung stehen wir vor einem Schneefeld, in dem das zur Sicherung gespannte Seil verschwindet. Was nun? Nach genauerer Beobachtung bemerken wir, daß zwischen Schneefeld und Felswand ein  „Weg“ freigeschmolzen ist, den wir ersatzweise nehmen. Rechts die Fels- und  links die Schneewand, Absturz unmöglich. Leider nicht auf der ganzen Wegstrecke. Auch hier müssen wir steile und gefrorene Schneefelder queren. Ohne Lellos Seil und Bergerfahrung wären wir sicher umgekehrt. Aufgrund der guten temporären Sicherungsmöglichkeit und den mit den Stöcken erweiterten Tritten passieren wir mit Zuwachs – ein junges Paar und eine Familie – diese heiklen Stellen. Als wir dann nach einer Leiter und einer luftigen Kletterei auf einem Grat endlich die Sentinellascharte erreichen, sind wir alle erleichtert.

Gruppenfoto in der Sentinaellascharte

Der Abstieg erscheint auf der Karte als problemloser Wanderweg – aber im Gelände? Eine mehrere hundert Meter breite und lange Schutthalde liegt vor uns. Durch diese zieht der Weg – kein fester Untergrund. Vorsichtig setzen wir Schritt vor Schritt und die Stöcke gerne ein. Knifflig wird es noch einmal, als der Weg komplett abgerutscht ist und wir uns vorsichtig durch eine Rinne vortasten. Jetzt nur nicht ausrutschen. Gelegentlich tönt ein „Achtung Stein“ von oben und dann ist auch diese Stelle überwunden. Wie schön ist es, endlich wieder stabilisierende Pflanzen neben dem Weg wachsen zu sehen.

Mit müden und verspannten Muskeln erreichen wir die Bertihütte. Die ersten haben schon einen Schnaps bereitstellen lassen. Der entspannt! Dann gegen den großen Durst ein kühles Bier. Und das Zwischenhoch hat auch durchgehalten. Wie lange das der direkt über uns  von zwei Krähen angegriffene Steinadler noch von sich behaupten kann? Erst nach einer Ruhephase auf der Terasse beginnt es zu tröpfeln. Nach dem besten Abendessen der Tour sinken wir mit den müdesten Muskeln dieser Tour  in die Betten.

Der fünfte Tag

von der Bertihütte zu den Rotwandwiesen – dunkle Schächte, feuchter Abschied

Wir starten mit bangen Blicken zum Himmel. Wieder hüllen sich die Berge in Wolken, nur gelegentlich blinzelt die Sonne durch kleine Lücken. Am Hang entlang geht es rauf und runter, immer wieder. Steiles Gelände. Kaum Sicherungen, ein verlassenes Schutzhaus namens Rifugio Sala, Büsche die einen Landschaftgärtner nötig hätten ragen in den Weg. Wir gehen noch ein kurzes Stück auf einem alten Militärsträßchen, welches an einem ehemals zugemauerten  Bunker endet. Die  Pause verleitet zum Einstieg in den Bunker.

Bunkereinstieg

Mit den Stirnlampen tasten wir uns vorsichtig durch die Gänge, stets um Orientierung innerhalb der schaurigen Schächte bemüht. Jetzt wären wahlweise ein Stift, Brotkrumen oder eine lange Schnur hilfreich.

Nach Treppen, Gängen, rostigen Stahltüren, Schiesscharten und sogar einem „stillen Örtchen“ treten wir wieder ans Tageslicht. Der Weg zieht westlich oberhalb des Kreuzbergpasses am Hang entlang, lichte Lärchenwälder, Geröllfelder und zunehmend auch Tagesausflügler nehmen wir als Eindrücke mit.

Bei den Rotwandwiesen ist es mit der Bergeinsamkeit mal wieder vorbei. Urlaubende Familien bewegen und unterhalten sich an unterschiedlichen Stationen eines Parcours. Irgendwo in diesem Gewimmel bewegt sich unsere 2. Gruppe. Das gemeinsame Mittagessen verlegen wir aufgrund des aufkommenden Regens in die Hütte.

Mittagspause

Der angedachte Abstieg wird wegen des monsunartigen Regens in die Kabinen der Bergbahn umgeleitet. Jetzt noch die Autos geholt, jeder von jedem verabschiedet und dann geht’s vor der nächsten Tour – Hedi, wie wäre es mit dem Rosengarten? - erst mal glücklich und zufrieden wieder nach Hause.

Text und Fotos dk

Der erste Tag

Anfahrt, Aufsteig zur Dreischusterhütte

(Bild: Innerfeldtal)

Nach einer zügigen Anfahrt und einer weder geplanten noch erwarteten Parkplatzsuche mit Hindernissen treffen schließlich alle an der Hütte (Bild: Dreischusterhütte)ein. Den Kaffee oder das erste Bier genießen wir noch unter den Strahlen der Nachmittagssonne auf der Terrasse. Nachdem das Lager bezogen ist, gibt es Abendessen in der Stube. Dazu die Tourenplanung für den nächsten und ersten richtigen Wandertag.

Der zweite Tag

Von der Dreischuster- zur Dreizinnenhütte, Umrundung der Drei Zinnen

Vom überdurschnittlichen Frühstücksbuffet gestärkt beginnen wir den Tag mit den letzten ebenen Metern hinein ins Innerfeldtal. So aufgewärmt beginnt der Anstieg zum Wildgrabenjoch. Glücklicherweise gehen wir noch nicht in der Sonne, aber das ändert sich bald. Je höher wir kommen, desto weiter zieht sich die Gruppe auseinander, fast wie das Feld bei der Tour de France. Die Bergwertung gewinnt Theo, unser Allgäuer Kundschafter.

Nachdem alle angekommen sind geht es nicht wie erhofft bergab, sondern auf einem seilgesicherten Steig weiter in einer Rinne (Bild: seilgesicherte Rinne) bergauf. Kaum sind wir aus der Rinne herausgeklettert weitet sich das Panorama und wir sehen die Drei Zinnen (Bild: Drei Zinnen). Eine blühende Bergwiese (Bild: enzian) mit diesem herrlichen Ausblick lädt zu einer Rast ein. Wir packen aus, was die Rucksäcke hergeben, tauschen ess- und trinkbares und genießen den Rundblick auf Rautkofel, Monte Piana, Drei Zinnen und viele weitere. Unter uns erstreckt sich - nomen est omen – das Schwabental und hinter uns erhebt sich der Schwabenalpenkopf – der schöne Platz ist sicherlich die Schwabenwiese!

Auf demWeg zur Dreizinnenhütte tauchen nun immer wieder steinerne Zeugen aus dem ersten Weltkrieg auf (Bild: steinerneZeugen1WK).

Dort angekommen ist es mit der Bergeinsamkeit erst einmal vorbei. Der nächste Parkplatz ist einfach zu nah und die Wege sind zu breit. Aber das Panorama........

Nachdem die Betten bezogen und das Bier getrunken ist, brechen wir ihne Gepäck zur Umrundung der Drei Zinnen auf. Wir sehen Kletterer in der Wand (BILD), geteerte Parkplätze in über 2000 m Höhe, steigen auf und ab, suchen den Weg anhand von Steinmännchen in Geröllfeldern mit übermannshohen Brocken, sind den Nordwänden zum Greifen nahe und erreichen nach über drei Stunden sehr hungrig wieder die Hütte. Doch jetzt braucht der Magen Geduld. Alle Tische in der Hütte sind belegt. So mancher Tagestourist geht erst nach dem Abendessen wieder zu seinem Auto zurück. Aber das Menü entschädigt: Spaghetti, Gemüsesuppe, Polenta, Pilze, Würstel, Tiramisu, Obstsalt ….. Da findet jeder etwas.

Wolfgang erzählt den müden Beinen und vollen Mägen noch über die Entstehung des ersten Weltkrieges, aus den Gläsern verschwinden die letzten Tropfen und wir alle in die Betten.

(Bild: im Abendlicht)

Der dritte Tag

Bild: Von der Dreizinnen zur Zsigmondyhütte – Apfelstrudel oder Klettersteig?

Dicke Wolken ziehen um die Bergspitzen (BILD am Morgen). Es tröpfelt. Manch eine(r) ist unschlüssig. Soll es der Tunnel aus dem ersten Weltkrieg mit anschließendem Klettersteig werden oder doch lieber der Normalweg? So brechen heute zwei Gruppen des DAV Böblingen auf unterschiedlichen Wegen auf zur Zsigmondyhütte (Bild: Suchbild Klettersteiggeher).

Gemütlich zieht der Normalweg auf der Nordseite des Paternkofel entlang. Die Wolkenlücken lassen immer wieder Sonnenstrahlen durch und eröffnen Fernblicke bis zum Alpenhauptkamm. Unter uns funkelt smaragdgrün ein See . Auf dem Weg hoch zum Büllelejoch machen wir einen Abstecher zu einer Stellung aus dem 1.WK (Bild Stellung1WK). Ein Stück der ehemaligen Betondecke hängt nicht am seidenen Faden sondern am als Baustahlersatz verwendeten Stacheldraht.

Entgegenkommende Wanderer reagieren erheitert auf die Frage, ob es da oben eine Strassenbahnhaltestelle gäbe. Auch wir sind ziemlich überrascht, auf 2500 m plötzlich auf einen knallroten Traktor mit Anhänger zu treffen. Da wäre die Mitfahrgelegenheit. Sogar zu unserem Etappenziel Büllelejochhütte. Aber in anbetracht der „Strassenverhältnisse“ verzichten wir freiwillig (BILD Strassenverhältnisse).

Eigentlich wollten wir in der Büllelejochhütte nur einen Kaffee trinken. Aber als die Wirtin den Apfelstrudel empfiehlt werden wir schwach, und noch schwächer als er lauwarm und duftend vor uns steht. Squisito! Wir beschliessen, die Hütte samt Personal zu kaufen oder zumindest eine Kopie als Vereinsheim in Böblingen aufzustellen (Bild: Büllelejochütte). Ob wir den Vorstand überzeugen können....???

Auf dem Abstieg überraschen uns Regen- und Graupelschauer. Jetzt kommen die Regenjacken, -hosen und Rucksackverhüterli zum Einsatz. Wie es wohl unseren Kameraden auf dem Klettersteig geht?

Kaum sind wir an der Hütte angekommen, beginnt es monsunartig zu regnen. Einige von uns nutzen die Zeit und gehen unter die warme Dusche.

Der vierte Tag

von der Zsigmondy- zur Bertihütte – wie aus 5 auch 9 Stunden werden können

Auch heute sind wir in 2 Gruppen unterwegs , aber nicht im Regen, sondern unterm Zwischenhoch.

(Bild: Zwischenhoch)

Die eine Gruppe wagt sich auf den Alpinisteig, der vielen von Bildern her bekannt ist. Nach einem kurzen Zustieg über ein Geröllfeld näheren wir uns dem Massiv des Monte Popera. An dessen Westseite beginnt der Alpinisteig. Er zieht überwiegend auf einem Felsband an der nahezu senkrechten Wand entlang (Bild: Alpinisteig1). Unterbrochen von kleinen Wasserfällen mit entsprechenden Einschnitten (Bild: Alpinisteig2), kleinen Brücken sowie Schutt- und Schneefeldern erreichen wir den ersten Rastplatz. Eine ehemalige Stellung aus WK1. Das ist nichts besonderes mehr, wir haben uns an den Anblick gewohnt. Nach einer kurzen Stärkung erreichen wir die Elferscharte. Hier beginnt der Klettersteig der uns über die Sentinellascharte zum Rifugio Berti führen wird. Aber mit Hindernissen. Nach einer Biegung stehen wir vor einem Schneefeld, in dem das zur Sicherung gespannte Seil verschwindet. Was nun? Nach genauerer Beobachtung bemerken wir, daß zwischen Schneefeld und Felswand ein „Weg“ freigeschmolzen ist, den wir ersatzweise nehmen. Rechts die Fels- und links die Schneewand, Absturz unmöglich. Leider nicht auf der ganzen Wegstrecke. Auch hier müssen wir steile und gefrorene Schneefelder queren. Ohne Lellos Seil und Bergerfahrung wären wir sicher umgekehrt. Aufgrund der guten temporären Sicherungsmöglichkeit und den mit den Stöcken erweiterten Tritten passieren wir mit Zuwachs – ein junges Paar und eine Familie – diese heiklen Stellen. Als wir dann nach einer Leiter und einer luftigen Kletterei auf einem Grat endlich die Sentinellascharte erreichen, sind wir alle erleichtert (Bild: Sentinaellascharte_Gruppe).

Der Abstieg erscheint auf der Karte als problemloser Wanderweg – aber im Gelände? Eine mehrere hundert Meter breite und lange Schutthalde liegt vor uns. Durch diese zieht der Weg – kein fester Untergrund. Vorsichtig setzen wir Schritt vor Schritt und die Stöcke gerne ein. Knifflig wird es noch einmal, als der Weg komplett abgerutscht ist und wir uns vorsichtig durch eine Rinne vortasten. Jetzt nur nicht ausrutschen. Gelegentlich tönt ein „Achtung Stein“ von oben und dann ist auch diese Stelle überwunden. Wie schön ist es, endlich wieder stabilisierende Pflanzen neben dem Weg wachsen zu sehen.

Mit müden und verspannten Muskeln erreichen wir die Bertihütte. Die ersten haben schon einen Schnaps bereitstellen lassen. Der entspannt! Dann gegen den großen Durst ein kühles Bier. Und das Zwischenhoch hat auch durchgehalten. Wie lange das der direkt über uns von zwei Krähen angegriffene Steinadler noch von sich behaupten kann? Erst nach einer Ruhephase auf der Terasse beginnt es zu tröpfeln. Nach dem besten Abendessen der Tour sinken wir mit den müdesten Muskeln dieser Tour in die Betten.

Der fünfte Tag

von der Bertihütte zu den Rotwandwiesen – dunkle Schächte, feuchter Abschied

Wir starten mit bangen Blicken zum Himmel. Wieder hüllen sich die Berge in Wolken, nur gelegentlich blinzelt die Sonne durch kleine Lücken. Am Hang entlang geht es rauf und runter, immer wieder. Steiles Gelände. Kaum Sicherungen, ein verlassenes Schutzhaus namens Rifugio Sala, Büsche die einen Landschaftgärtner nötig hätten ragen in den Weg. Wir gehen noch ein kurzes Stück auf einem alten Militärsträßchen, welches an einem ehemals zugemauerten Bunker endet. Die Pause verleitet zum Einstieg in den Bunker (BILD Bunker_Einstieg). Mit den Stirnlampen tasten wir uns vorsichtig durch die Gänge, stets um Orientierung innerhalb der schaurigen Schächte bemüht. Jetzt wären wahlweise ein Stift, Brotkrumen oder eine lange Schnur hilfreich (BILD Gänge).

Nach Treppen, Gängen, rostigen Stahltüren, Schiesscharten und sogar einem „stillen Örtchen“ treten wir wieder ans Tageslicht. Der Weg zieht westlich oberhalb des Kreuzbergpasses am Hang entlang, lichte Lärchenwälder, Geröllfelder und zunehmend auch Tagesausflügler nehmen wir als Eindrücke mit. Bei den Rotwandwiesen ist es mit der Bergeinsamkeit mal wieder vorbei. Urlaubende Familien bewegen und unterhalten sich an unterschiedlichen Stationen eines Parcours. Irgendwo in diesem Gewimmel bewegt sich unsere 2. Gruppe. Das gemeinsame Mittagessen (Bild: Mittagspause) verlegen wir aufgrund des aufkommenden Regens in die Hütte. Der angedachte Abstieg wird wegen des monsunartigen Regens in die Kabinen der Bergbahn umgeleitet. Jetzt noch die Autos geholt, jeder von jedem verabschiedet und dann geht’s vor der nächsten Tour – Hedi, wie wäre es mit dem Rosengarten? - erst mal glücklich und zufrieden wieder nach Hause.

 
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